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Nein zu Eurofightern und Euro-Armee! |
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Frieden und Solidarität durch Neutralität Widerstand lohnt sich! Keine Entwarnung! Der Ankauf von Abfangjägern ist zunächst auf Eis gelegt. Das ist vor allem das Verdienst jener 625.000 Österreicher und Österreicherinnen, die das Volksbegehren gegen Abfangjäger zu einem unerwartet großen Erfolg gemacht haben. Das zeigt: Widerstand lohnt sich! Doch Entwarnung ist keineswegs angesagt. Denn die Führungen aller Parlamentsparteien ziehen an einem Strang, um den Widerstand gegen die Eurofighter zu einem Torpedo gegen die Neutralität umzubiegen. Die Tatsache, dass Scheibner als Zweck des Ankaufes deren Einsatz im Rahmen der Euro-Armee sieht, wird dabei bewusst verschleiert. Die Regierung behauptet, es ginge um den Schutz des Luftraumes. Dieselben Kräfte befürworteten im Jugoslawien-Krieg monatlich 1.000 Überflüge, schrieben in ihrer Sicherheitsdoktrin, dass weder Luftraum noch Boden bedroht sind und deren Militärs verstehen sich „nicht mehr als Kräfte der Verteidigung, sondern als Teil der Außenpolitik“ (Horst Pleiner, Generaltruppeninspektor). In Sintra (2000) haben die EU-Verteidigungsminister als Ziel eine Verdoppelung der Rüstungsinvestitionen angepeilt, während gleichzeitig für die Einhaltung der sog. Maastricht-Kriterien und des EU-Stabilitätspaktes im Sozialbereich gespart wird. Auch in Österreich gehen Sozialabbau und Aufrüstung Hand in Hand. Sozialabbau für Aufrüstung Das Umlageverfahren in der Sozialversicherung wird permanent attackiert, SeniorInnen erhalten nicht einmal eine Valorisierung ihrer Pensionen, Studierende zahlen für ihren Beruf eine Strafsteuer, SchülerInnen werden immer stärker in schülerInnenreiche Klassen gepfercht, arbeitslosen Elternteilen wird die Butter vom Brot genommen und von ArbeitnehmerInnen wird Lohnzurückhaltung gefordert, während die Regierung bei ihnen immer mehr steuerlich abkassiert. Die Regierung lässt die Hochwasseropfer im Stich. Die Arbeitslosigkeit steigt durch ihre unverantwortliche Wirtschafts- und Budgetpolitik in dramatische Höhen. Gerade in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Kultur, Umweltschutz und soziale Sicherheit wären enorme Beschäftigungspotenziale gegeben, die durch den Verzicht auf die Kriegsgeräte auch mittelbar einen kräftigen volkswirtschaftlichen Zusatznutzen ergeben würden. Wer Nein sagt zum Sozialabbau kann nicht Ja sagen zur EU-Militarisierung. Eurofighter gegen Neutralität Die Euro-Armee soll ab 2003 einsatzbereit sein. Österreichs Teilnahme steht für ÖVP/FPÖ, die maßgeblichen AkteurInnen der Grünen und die Mehrheit der SPÖ außer Streit. Ziel der Euro-Armee ist im Sinne der sog. „Petersberg Aufgaben“ das Führen von Angriffskriegen im Nahen Osten, in Simbabwe, im Kaukasus oder in sonstigen Regionen dieser Welt. Die Regierung behauptet, die Eurofighter wären eine verfassungs- und völkerrechtliche Notwendigkeit. Tatsächlich torpediert der Ankauf jedoch den minimalsten Kern der Neutralität, die Nicht-Teilnahme an Kriegen. Anfang Juni 2002 nahmen österreichische Abfangjäger an einem Militärmanöver teil, das die militärische Konfrontation mit Russland im Baltikum trainierte. Die Eurofighter sind das Paradekampfflugzeug in der EU für globale Kriegseinsätze. Dagegen müssen wir auf die Straße gehen und jeder Regierung eine Niederlage in einer Volksabstimmung bereiten. Neutralität ist die Alternative! Eine mittlerweile hochgradig gleichgeschaltete Medien- und Politlandschaft suggeriert: Österreich hat nur zwei Möglichkeiten: entweder beim US-amerikanisch dominierten NATO-Block oder beim zunehmend deutsch geführten EU-Block mitzumarschieren. Die alten Deutsch-Nationalen der FPÖ und die jungen in der SP- und Grünen-Führung sowie der überwiegende Teil der Medien setzen sich vehement für die vollständige Anbindung Österreichs an eine deutsch geführte EU ein. Würden nicht permanent politische Ablenkungsmanöver medial inszeniert, wäre der politische Gleichklang von Scheibner, Schüssel, Gusenbauer, Haider und Pilz mehr als deutlich (- und auch der von Krone, Kurier, News, Profil, Format und anderer Mainstream-Medien). Dieser Gleichklang kulminiert in einem Punkt: vollständige Teilnahme Österreichs an der EU-Armee und deren Militäraktionen, Ende der Neutralität im Sinne einer eigenständigen blockunabhängigen Friedenspolitik, volle Einbindung Österreichs in den Militärblock EU. In der ÖVP gibt es noch einen - jedoch zunehmend an Bedeutung verlierenden - Flügel, der auf die NATO-Mitgliedschaft setzt. Für uns als Friedensbewegung gilt: wir lassen uns nicht auf die politische Einfalt vergattern, die nur mehr bis zwei zählen kann. Die friedenspolitische Alternative lautet: keine von beiden! In diesem Sinne muss die Neutralität eine radikal antimilitaristische Revitalisierung erfahren, wenn wir bewahren wollen, was ihre ursprünglichste Idee angesichts des Schlachtens zweier Weltkriege gewesen ist:
„Nie wieder Krieg!“
(beschlossen auf der 9. ordentlichen Vollversammlung der Friedenswerkstatt Linz am 12. September 2002) |