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1.500 Menschen demonstrierten in Linz gegen den drohenden Irak-Krieg |
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Größte Friedensdemonstration in Linz seit Anfang der 1990er-Jahre Auf Aufruf der überparteilichen Plattform Stoppt den Krieg! demonstrierten am Freitag, 31.1.2003 rund 1.500 Menschen in der Linzer Innenstadt gegen den von den USA vorbereiteten Irak-Krieg. Die zentralen Losungen waren „Nein zum Krieg!“ und „Kein Blut für Öl!“. Die RednerInnen zeigten die Breite der Zugänge zu dieser Anti-Kriegsbewegung.
Rosi Kaltenbrunner, die Vorsitzende von Pax Christi OÖ, betonte den christlichen Zugang: Hoffnung, Nächstenliebe und Glaube als jene Kardinaltugenden, die Kraft und Motivation für Friedensengagement geben. „Jeder und jede kann einen Beitrag gegen diesen Krieg leisten“, trat Rosi Kaltenbrunner der oft anzutreffenden Resignation entgegen. Der Schulsprecher der HAK Auhof, Mihai Csabai, strich hervor, dass die Voraussetzung für Frieden die Überwindung der globalen sozialen Ungerechtigkeiten ist. Die immer tiefer werdende Spaltung zwischen Arm und Reich ist letztlich die Ursache für Gewalt und Krieg. Brigitte Ruprecht vom ÖGB OÖ rief ebenfalls zum Widerstand gegen diesen Krieg auf. Der Krieg bringt nicht nur unsägliches Leiden für die Zivilbevölkerung in der Nahost-Region, er betrifft auch die große Mehrzahl der Menschen in den westlichen Ländern, denn Aufrüstung und Krieg auf der einen Seite, Sozialabbau und Armut auf der anderen sind zwei Seiten einer Medaille. Salman Nassr, ein palästinensischer Arzt, schilderte die unglaublichen Gräuel, unter denen die Zivilbevölkerung des Iraks heute schon zu leiden hat. Die UNO schätzt, dass als Folge des Angriffs auf den Irak im Jahr 1991 bis heute bis zu eineinhalb Millionen Menschen, darunter viele Kinder, zu Tode gekommen sind. Salman Nassr strich heraus, dass es den USA und ihren Konzernen bei diesem Krieg vor allem um den Zugriff auf die großen Erdölvorräte des Iraks geht. Boris Lechthaler von der Linzer Friedenswerkstatt rief auf, auch den Militarisierern im eigenen Land entgegenzutreten. Beim Golfkrieg 1991 genehmigte die Regierung den Transport von Kriegsgerät durch Österreich. Das darf sich nicht wiederholen – unabhängig davon ob ein UN-Mandat vorliegt oder nicht. Die Anti-Kriegsbewegung muss auch der Teilnahme Österreichs an der EU-Interventionsarmee entgegentreten. Denn diese Armee steht ausdrücklich für Kriegseinsätze in den rohstoffreichen Regionen Zentralafrikas, des Nahen und Mittleren Osten nach dem Vorbild der USA bereit. Mit der Übernahme der Militärmissionen am Balkan und in Afghanistan durch EU-Truppen wird den USA der Rücken für ihren Krieg gegen den Irak freigehalten.
Die Plattform Stoppt den Krieg! wird nach diesem ermutigenden Zeichen des Widerstandes die Antikriegsarbeit verstärkt fortführen. Jeden Freitag wird am Linzer Taubenmarkt ab 17 Uhr eine Mahnwache durchgeführt, unter die Forderungen der Plattform werden Unterschriften gesammelt und für die Demonstration am 15.2. wird nach Wien mobilisiert. Presseaussendung der Plattform Stoppt den Krieg! vom 1.2.2003 Rede von Rosmarie Kaltenbrunner (Vorsitzende von Pax Christi OÖ) Rede von Mihai Csabai (Schulsprecher der HAK Auhof) |
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