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Rede von Alfred Leiblfinger (Obmann der Bezirksgruppe Linz der Gewerkschaft der Eisenbahner) |
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Die Gewerkschaft der Eisenbahner in Österreich ist nicht nur in diesem Anlassfall „Irak“ sondern schon immer gegen Krieg aufgetreten. Es stehen auch in den Statuten des ÖGB klare Worte zur Neutralität und Sicherung des Weltfriedens. Wir sind der Meinung, dass Krieg kein geeignetes Mittel ist, Konflikte von Staaten untereinander oder auch in Staaten - mit einem totalitären Regime - zu lösen. Warum wir dieser Meinung sind: Weil die zivile Bevölkerung in einem Ausmaß betroffen ist, das meist nicht absehbar ist. Es wird nicht sein, dass nur Militär gegen Militär kämpft; Kinder, Frauen und ältere Menschen sind im höchsten Maß betroffen. Bomben treffen auch die zivile Bevölkerung - Folgeschäden treten oft Jahrzehnte später noch auf - aber auch Angehörige von Soldaten sind betroffen - denken wir nur daran, wenn ein Sohn oder eine Tochter verletzt, verstümmelt oder sogar tot nach Hause kommt. Was können wir als Eisenbahnergewerkschaft in Österreich, aber auch in den anderen europäischen Staaten aktiv dagegen tun? Die Franzosen zum Beispiel haben bei den Vorbereitungen dieses Krieges den Aufmarsch aktiv verzögert und verhindert. Truppen und Kriegsgerätetransporte mit der Bahn wurden nicht durchgeführt - die Züge sind nicht gefahren. Sollten solche Züge an Österreichs Grenzen stehen, werden auch wir Eisenbahner alles daransetzen und diese stehen lassen. Wir vermissen aber auch von der österreichischen Politik - im besonderen der Regierung eine klare Ablehnung dieses Krieges. Im Gegenteil: Ich habe den Eindruck, dass mit der Kriegsgefahr versucht wird, eigene Interessen in der Bevölkerung zu positionieren - einerseits versucht die Regierung in die NATO zu kommen und will daher die Neutralität abschaffen. Andererseits schiebt sie die Neutralität vor, um den Kauf der Eurofighter zu rechtfertigen. Die Medien spielen da ja auch noch mit - fast täglich wird berichtet, dass die Draken immer wieder aufsteigen müssen, um Flugobjekte zu identifizieren. Immer wieder stellt sich dann heraus, dass diese Flüge angemeldet waren, oder es sich um Privatflüge oder Flugzeuge von Fluglinien handelt. Die Eurofighter sind keine Abfangjäger, es sind Kampfmaschinen neuester Bauart und in erster Linie zur aktiven Kriegsführung geeignet. Ist uns allen bewusst, dass mit einem NATO-Beitritt auch unsere Söhne und Töchter in den Krieg ziehen müssen? Schlimm wird es erst dann, wenn die ersten Särge heimkommen! Abschließend kann ich euch versichern, dass die Gewerkschaft der Eisenbahner auch weiterhin aktiv und passiv gegen jeden Krieg auftreten wird. Ein hörbares Zeichen haben unsere Lokführer heute um 12.00 Uhr zur Gedenkminute beigetragen - alle haben ihre Sirenen für ein bis drei Minuten betätigt. Wehren wir uns gemeinsam dagegen! Es kann nicht sein, dass wirtschaftliche und machtpolitische Interessen vor dem Recht auf Leben in Frieden stehen. Freundschaft! |