2.000 Menschen demonstrierten in Linz gegen den drohenden Irak-Krieg

Antikriegsaktivitäten gehen weiter - Aufruf zu einer Friedensmanifestation am Tag des Kriegsbeginns

Rund 2.000 Menschen demonstrierten am 14. März in Linz gegen den drohenden Irak-Krieg. Aufgerufen hat die überparteiliche Plattform Stoppt den Krieg! Nach der großen Antikriegs-Demonstration am 31. Jänner zeigt sich damit, dass die Bereitschaft, sich öffentlich gegen diesen Krieg zu artikulieren, ungebrochen hoch ist. In den Reden wurden verschiedene Zugänge für den Widerstand gegen den Krieg hervorgehoben.

Martin Kuri (Sozialistische Jugend) betonte die Bedeutung von Streiks, wie sie derzeit in Italien und Spanien vorbereitet werden, um die Kriegsmaschinerie noch zu stoppen. Piskin Mesod (Block für Arbeit, Freiheit und Demokratie in der Türkei) wies auf die Einbindung der Türkei in den US-Feldzug hin und auf die damit verbundene Unterdrückung kurdischer Befreiungsbewegungen und die allgemeine Aushöhlung der Demokratie in der Türkei. Boris Lechthaler (Friedenswerkstatt Linz) verurteilte die österreichische Regierungspolitik, die auf vielfältige Weise in die Kriegsvorbereitungen verstrickt ist, und rief auf, aus den Interventionsarmeen der Großmächte (Euro-Armee, NATO-PfP) auszusteigen. Bernhard Rudinger (Katholische Aktion) zeigte die verheerenden humanitären Auswirkungen des Krieges gegen den Irak von 1991 auf und geißelte - in Anlehnung an eine Aussage des Papstes - den Krieg als eine Niederlage für die gesamte Menschheit“. Leo Mikesch (KPÖ) hob hervor, dass die Verurteilung des Krieges keine Unterstützung der Diktatur Saddam Husseins bedeute, der von den USA jahrelang aufgerüstet worden ist. Es gehe den Aggressoren nicht um Menschenrechte sondern um Zugang zum irakischen Erdöl. Alfred Leiblfinger (Gewerkschaft der Eisenbahner) beschuldigte die Regierung, dass sie mit ihrer Politik der Neutralitätsdemontage und des Ankaufes von „Eurofighter“-Kampfbombern Österreich in Hinkunft an Kriegen beteiligen wolle. Er kündigte an, dass die österreichischen Eisenbahner wie in anderen Ländern die Durchfuhr von Kriegsgerät blockieren werden.

Die Plattform Stoppt den Krieg! ruft auf, jetzt im Widerstand gegen den drohenden Krieg nicht locker zu lassen. Sollte es zum Krieg kommen, ruft die Plattform alle KriegsgegnerInnen auf, sich am Tag des Kriegsbeginns um 17.30 Uhr im Linzer Schillerpark zu einer Friedensmanifestation zu versammeln.

Alle Interessierten sind herzlich zur Mitarbeit an der Plattform Stoppt den Krieg! eingeladen. Treffen jeden Donnerstag, 19.30 Uhr, Büro der Friedenswerkstatt Linz (Waltherstr. 15b, 4020 Linz). Unterschriftenlisten und Anti-Kriegs-Pickerl bestellen bei: friwe@servus.at

Presseaussendung der Plattform Stoppt den Krieg! vom 17.3.2003

Rede von Piskin Mesod (Block für Arbeit, Freiheit und Demokratie)

  Rede von Boris Lechthaler (Friedenswerkstatt Linz)

  Rede von Bernhard Rudinger (Generalsekretär der Katholischen Aktion OÖ)

  Rede von Leo Mikesch (Landesvorsitzender der KPÖ OÖ)

  Rede von Alfred Leiblfinger (Obmann der Bezirksgruppe Linz der Gewerkschaft der Eisenbahner)