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Rede von Bernhard Rudinger (Generalsekretär der Katholischen Aktion OÖ) |
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Liebe Friedensfreundinnen und -freunde! Trauer und Wut verspüren viele von uns angesichts des Krieges im Irak. Trauer um die tausenden Kinder und Jugendlichen, Frauen und Männer, die diesem Krieg bereits zum Opfer gefallen sind oder in nächster Zeit noch unschuldig sterben werden; Wut über das arrogante Vorgehen der Regierungen der USA und Großbritanniens, die sich über die öffentliche Meinung und die Mahnungen der Regierungen dieser Welt und der UNO hinwegsetzen. Es steht außer Frage, dass das Regime von Saddam Hussein skrupellos ist und auch die Menschenrechte im Irak ignoriert werden. Aber, und das dürfen wir nicht vergessen, es hätte auch andere Wege gegeben, um eine Entwaffnung und Demokratisierung des Iraks ohne einen militärischen Angriff zu erreichen. Die UNO-Waffeninspekteure hätten mit einigen Monaten mehr Zeit ihre Arbeit vollenden und die Basis für eine dauerhafte Waffenkontrolle im Irak schaffen können. Es gab keinen Grund, diesen Abrüstungsprozess abzubrechen. Täglich sehen wir nun die Bilder, wie Straßen und Brücken zerstört werden, wie die Stromversorgung zusammenbricht, wie das Trinkwasser knapp wird, wie die Menschen nicht mehr ausreichend mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden. Einem vertraulichen UNO-Szenario zufolge sind bedingt durch diesen Krieg 1,3 Millionen irakische Kinder unter fünf Jahren vom Tod durch Unterernährung bedroht. Insgesamt schätzt die UNO, dass der Krieg über fünf Millionen Menschen in Hunger, Unterernährung und Epidemien stürzen wird. Wenn wir in diesen Wochen mit Millionen und Abermillionen von Menschen weltweit für den Frieden demonstrieren, dann weisen wir darauf hin, dass dieser Krieg nicht mehr Frieden und Demokratie schaffen wird, sondern mehr Angst, noch mehr Terror, noch mehr Rüstung, noch mehr Massenvernichtungsmittel, noch mehr Spaltung in der Welt. Und genau dagegen wehren wir uns. Das Recht des Stärkeren ist nicht Grundlage unseres Zusammenlebens auf dieser Welt. Wenn die Kriegstreiber behaupten, es ginge um Demokratisierung, dann möchte ich dem doch entgegenhalten, dass sich Demokratie nicht mit Bomben, Gewalt und Krieg herbeiführen lässt, sondern nur mit Gerechtigkeit und mit Respekt vor der je eigenen Geschichte und Kultur der Völker. Ich weiß, Frieden bedeutet mehr als nur Waffenstillstand, aber ein Waffenstillstand ist der erste Schritt. Aus diesem Grund müssen wir auf eine sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen und den bedingungslosen Rückzug aller militärischen Verbände drängen. Und eines wird jedenfalls auch ganz wichtig sein: wir dürfen auch nach dem Kriegsende unsere Augen nicht verschließen vor der Not der irakischen Bevölkerung. Es ist unsere Aufgabe - im übrigen auch die der österreichischen Bundesregierung - humanitäre Hilfe zu leisten. Unsere Trauer darf nicht zur Resignation führen - unsere Wut darf nicht zur Verzweiflung führen! Wir müssen auch künftig bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hinwirken, dass dieser Krieg schnellstens beendet und damit weitere sinnlose Opfer vermieden werden. Rede von Bernhard Rudinger (Generalsekretär der Katholischen Aktion OÖ), 4.4.2003 |
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