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Euro-Militarismus heißt ... |
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Aktionsradius der Euro-Armee |
... Europäische Sturmtruppen 100.000 Mann, 400 Flugzeuge und 100 Kriegsschiffe sind schon fix. Ziel der zukünftigen Euro-Armee: bis spätestens 2003 sollen 60.000 Mann permanent über ein Jahr lang in einem Aktionsradius von 4.000 Kilometern rund um die EU kriegerisch im Einsatz sein können. Damit 60.000 Mann permanent im Einsatz sein können, ist eine Bereitschaftstruppe von ca. 200.000 Mann erforderlich. Bei einer sogenannten „Geberkonferenz“ der EU am 20. November 2000 in Brüssel wurden die nationalen Kontingente der europäischen Sturmtruppen erfasst. Zugesagt sind 100.000 Mann Bodentruppe (inkl. Kontingente aus osteuropäischen Beitrittswerbern), 100 Kriegsschiffe sowie 400 Flugzeuge. Oberbefehlshaber ist der deutsche General Rainer Schuhwirth. ... Billionen für Aufrüstung in der Luft und im Weltraum Während die EU Nulldefizite und Sozialstaatskürzungen oktroyiert, wird der Rüstungssektor angekurbelt. Mit der Fusionierung der deutschen DASA und der französischen Aerospatiale-Matra ist weltweit der zweitgrößte Rüstungskonzern im Bereich Luft- und Raumfahrt entstanden. Eine Hochrüstungslawine rollt an. Im Vordergrund stehen dabei jene Waffen, die das weltweite Führen von Angriffskriegen á la Golfkrieg oder Jugoslawien ermöglichen: punktgenaue Distanzraketen, Lufttransportkapazitäten, Satellitenaufklärung und -navigation, Kampfbomber. Eine Auswahl:
... Modernisierung der Atomwaffen Die EU arbeitet an der Ausweitung und Modernisierung des Nuklearwaffenarsenals. Kurz vor der Jahreswende 2000/2001 erhielt der deutsch-französische Rüstungskonzern EADS von der französischen Regierung einen Auftrag über 40 Milliarden öS zur Entwicklung einer neuen U-Boot-gestützten Interkontinental-Atomrakete, das sogenannte M51-Programm. Reichweite: 5.000 Kilometer. Über die geplante „Europäisierung“ des französischen Atomwaffenarsenals ist Deutschland auf dem Weg zur Atommacht. ... Europäisches Oberkommando Seit dem EU-Gipfel von Köln 1999 wurde auch die politische und militärische Kommandostruktur voll entwickelt:
Beim EU-Gipfel in Nizza wurde auch eine elegante Lösung gefunden, das Vetorecht in der Außen- und Sicherheitspolitik, das den Säbelrasslern noch immer ein Dorn im Auge war, auszuhebeln. In Zukunft kann sich mit qualifizierter Mehrheit eine kleinere Gruppe von zumindest acht Ländern zusammenfinden, um auch in diesem Bereich eigene Wege zu gehen. ... Angriffskrieg als Doktrin Grundlage für den Einsatz der Euro-Armee sind die sog. „Petersberg-Aufgaben“, die sich bereits im Vertrag von Amsterdam 1997 finden. Mit der nebulosen Formulierung, Aufgabe der EU-Streitkräfte seien weltweite „Kampfeinsätze zur Krisenbewältigung“ ist den europäischen Sturmtruppen ein Freibrief für unbeschränkten militärischen Interventionismus erteilt worden. Ein UNO-Mandat muss nicht vorliegen. Diese Umorientierung von Verteidigung auf Angriff spiegelt sich auch in Bewaffnung und Heeresstrukturen wider: ausgebaut werden hochmobile Profitruppen, die für den Einsatz in fremden Gebieten trainiert werden. In der BRD werden die Landesverteidigungskräfte abgebaut, die offensiven „Krisenreaktionskräfte“ aber auf 150.000 verdreifacht. Auf den Beschaffungsplänen der Armeen stehen jene Waffen obenauf, die die rasche Verlegbarkeit großer Truppenteile, exakte Positionsbestimmungen in fremdem Gelände sowie präzise Erstschläge gegen Infrastruktur und Kommandozentralen anderer Länder ermöglichen (siehe oben). Ziel ist es, Kriege in Hinkunft unabhängig von den USA und NATO-Strukturen führen zu können. In Österreich wurde mit dem Artikel 23f die Ermächtigung für Bundeskanzler und Außenminister, Österreich an weltweiten EU-Kriegen zu beteiligen, sogar in den Verfassungsrang erhoben. Beim EU-Gipfel in Helsinki Ende 1999 wurden die Angriffsziele konkretisiert: ein Gürtel von 4.000 Kilometer rund um die EU. Damit hat die EU definiert, was sie in Hinkunft als ihren „Hinterhof“ betrachtet: Zentralafrika, Naher Osten, Osteuropa, Ukraine, Kaukasus. Über diesen Ländern wird in Zukunft bei Unbotmäßigkeit die Interventionsdrohung der Euro-Armee liegen. aus: guernica 1/2001 |