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Offener Brief an
die Abgeordneten zum österreichischen National- und Bundesrat |
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Die Werkstatt Frieden & Solidarität hat bereits im Februar 2005 Strafanzeige gegen die Kapitalvertreter im ÖIAG-Aufsichtsrat und den Vorstand der ÖIAG erhoben. Grund dafür war und ist der Verkauf der VA-Tech an den Siemens-Konzern. Wir sehen den Tatbestand der Untreue gem. § 153 Strafgesetzbuch erfüllt, da die Kapitalvertreter im ÖIAG-Aufsichtsrat und der ÖIAG-Vorstand bei diesem Verkauf auf allen Ebenen gegen das ÖIAG-Gesetz und den Privatisierungsauftrag verstoßen haben:
Bis heute ist die Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit untätig geblieben, obwohl die Fakten eindeutig sind. Wir haben dazu eine umfangreiche Materialsammlung erstellt, die wir an die Staatsanwaltschaft übermittelt haben und die Sie auf www.werkstatt.or.at einsehen können. Die Vermutung liegt nahe, dass von Seiten des Justizministeriums eine Weisung an die Staatsanwaltschaft vorliegt, die Finger von diesem Fall zu lassen. Immerhin befindet sich die Justizministerin und der Großindustrielle Thomas Prinzhorn in derselben politischen Gesinnungsgemeinschaft. Und nicht weniger als zwei derzeitige (Veit Sorger, Alfred Heinzel) und ein ehemaliges ÖIAG-Aufsichtsratsmitglied (Veit Schalle) befinden sich im Vorstand der Privatstiftung von Thomas Prinzhorn. Das ist ein Mosaikstein unter vielen, der darauf hindeutet, dass der Aufsichtsrat der ÖIAG von einem Interessensgeflecht beherrscht wird, das mit einem verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichem Eigentum absolut unvereinbar ist. Das dürfte bei der Entscheidung für den Verkauf der VA-Tech an den direkten Konkurrenten Siemens ausschlaggebend gewesen sein und nun den Privatisierungsmotor beim Verkauf der Österreichischen Post AG schmieren. Auch beim Verkauf der Österreichischen Post AG kann vermutet werden, dass - ähnlich wie im Fall Siemens - der direkte Konkurrent, die Deutsche Post, über seine Beziehungen in der ÖIAG die eigenen Kaufinteressen durchsetzt. Einige Beispiele für den skandalösen Interessens-dschungel im ÖIAG-Aufsichtsrat:
Die Zusammensetzung des ÖIAG-Aufsichtsrates spricht einem verantwortungsvollen, den Interessen der Allgemeinheit verpflichteten Umgang mit öffentlichem Eigentum Hohn. Die dubiosen Praktiken beim Verkauf der VA-Tech haben das bewiesen, die Vorbereitung des Verkaufs der Österreichischen Post AG deuten erneut darauf hin. Es profitieren Aktionäre und private Großkonzerne. Auf der Strecke bleiben die wirtschaftlichen und sozialen Interessen einer breiten Bevölkerungsmehrheit, der SteuerzahlerInnen und der ArbeitnehmerInnen. Wir fordern Sie als Nationalratsabgeordnete daher auf:
Mit freundlichen Grüßen |