| EU-Reformvertrag: Irland und die Folgen |
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Mit der demokratiepolitischen Farce in Irland ist das Inkrafttreten des Lissabon-Vertrag ein großes Stück näher gerückt. Damit stehen gerade jene, die bislang an die Reformierbarkeit der EU geglaubt haben, vor der Wahl: entweder weiter dem Phantasma einer “anderen” EU nachzulaufen, oder eine realpolitische Perspektive ins Auge zu fassen: Den Austritt aus dieser Union der Konzerne und Generäle.
Beim zweiten Anlauf hat es also geklappt. Nachdem der Zugang der Nein-Befürworter zu den öffentlichen Medien drastisch eingeschränkt wurde, der Ryan-Air Chef 500.000 Euro in eine Pro-Kampagne investierte (wohl um sich die EU-Kommission gnädig zu stimmen, mit der er in zahlreiche Konflikte verwickelt ist) und die EU-Kommission selbst Postwürfe an alle Haushalte finanzierte, haben die IrInnen mehrheitlich für den Lissabon-Vertrag gestimmt. Michael Youlton, einer der Sprecher des progressiven Nein-Lagers, schätzt, dass das „Nein“ in den Medien im Vergleich zur „Ja-Seite“ im Verhältnis eins zu fünf unterrepräsentiert und im Verhältnis eins zu zwanzig unterfinanziert war. Besonders zynisch war die Drohung von Kommission und Regierung, ein Nein würde die Wirtschaftskrise weiter verschärfen. Der Bock geriert sich als Gärtner: Gerade die neoliberale EU-Politik hat maßgeblich zu dieser Jahrhundertkrise beigetragen, die den Lebensstandard der IrInnen um – wie die Regierung zugibt – zwei Jahrzehnte zurückwerfen wird. Die Staatsausgaben wurden bereits auf Druck der EZB um 20% gekürzt. Im Unterschied zu Machthabern in sog. “vordemokratischen” Staaten manipulieren die postdemokratischen EU-Machteliten keine Wahlergebnisse. Wenn diese nicht passen, werden sie entweder kalt entsorgt (sh. Volksabstimmungen in Frankreich und Holland) oder - sh. Irland - solange wiederholt, bis das Ergebnis passt. Mit dieser demokratiepolitischen Farce ist freilich das Inkraft-treten des Lissabon-Vertrags ein großes Stück näher gerückt. Halten wir uns vor Augen, was das heißt: Mit diesem EU-Vertrag werden drei zentrale Verpflichtungen für alle EU-Mitgliedsstaaten einzementiert: Werkstatt-Broschüre "EU-Reformvertrag = Europa der Konzerne und Generäle" Analysen und Strategien aus Sicht von Friedensbewegung und Neoliberalismuskritik (mit kommentierten Originaltexten aus den EU-Verträgen) EUR 3,- (exkl. Versandkosten); Bestellung: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können |
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Mit der demokratiepolitischen Farce in Irland ist das Inkrafttreten des Lissabon-Vertrag ein großes Stück näher gerückt. Damit stehen gerade jene, die bislang an die Reformierbarkeit der EU geglaubt haben, vor der Wahl: entweder weiter dem Phantasma einer “anderen” EU nachzulaufen, oder eine realpolitische Perspektive ins Auge zu fassen: Den Austritt aus dieser Union der Konzerne und Generäle.