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Animal Liberation Workshop 4.0 for beginners Drucken E-Mail

www.animal-liberation.at

Einlass: 9:30 Uhr 
Samstag: 10 - 22 Uhr 
Sonntag: 10 - 16 Uhr  
15.-16. Oktober Wien WUK, Währingerstraße 59 
23. Oktober Klagenfurt 
5.-6. November Graz Spektral, Lendkai 45 
12.-13. November Linz Haus der Frau, Volksgartenstr. 18 
19. November Dornbirn AHA, Poststraße 1 

Animal Liberation, was ist das?

Die Tierbefreiungsbewegung versteht sich in der Tradition der klassischen Befreiungsbewegungen, wie etwa der Sklavenbefreiung, der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung oder der Emanzipation der Frauen, als der konsequente nächste Schritt. Dabei sollen Tiere selbstverständlich nicht die selben Rechte wie Menschen erhalten, das wäre absurd. Vielmehr soll nach dem Grundsatz der Ethik Gleiches gleich und Ähnliches ähnlich behandelt, und gegen andere nicht aufgrund irrelevanter Unterscheidungsmerkmale, wie etwa des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit oder eben der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies, zum eigenen Vorteil diskriminiert werden. Und wenn es nun im ethischen Diskurs um solche grundlegenden Rechte wie das Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit geht, stellt sich die Spezieszugehörigkeit als ebenso irrelevant heraus wie etwa die ethnische Zugehörigkeit oder das Geschlecht; relevant wäre in diesem Zusammenhang wohl vielmehr das Bewusstsein oder die Leidensfähigkeit. 

Tierrechte versus Menschenrechte?

Tierrechte stehen dabei keineswegs in Konkurrenz zu Menschenrechten. Vielmehr ist es so, dass - so wie Menschenrechte das sicherste Fundament zur theoretischen Begründung von Tierrechten darstellen - Tierrechte auch das sicherste Fundament für die tatsächliche Umsetzung der universellen Menschenrechte sind. Denn alle 5 Sekunden verhungert ein Kind unter 10 Jahren (und 4 von 5 dieser Kinder leben laut der indischen Ökofeministin Vandana Shiva noch dazu nicht in Ländern wie Somalia, sondern in Nahrungsmittel exportierenden Ländern), täglich verhungern also zigtausend Menschen in Nahrungsmittel exportierenden Ländern, 1 Milliarde Menschen ist permanent unterernährt, und trotzdem heißt es in demselben Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen, dass es problemlos möglich wäre, 12 Milliarden Menschen zu ernähren. Wie ist das möglich? Indem etwa Österreich jährlich hunderte Tausend Tonnen Futtermittel aus Hungerregionen importiert; indem die Industrienationen so leben, dass, wenn alle 7 Milliarden Menschen so leben würden, wir einen Planeten nur für Futtermittelanbau, Tierfabriken, Gülleentsorgung und Schlachthäuser bräuchten; indem etwa die Hälfte der Weltweizenernte (in Österreich sogar 60%) und 90% der Weltsojaernte an sogenannte Nutztiere verfüttert wird, wobei 90% des Eiweiß, 99% der Kalorien und 100% der Ballaststoffe durch die Verlängerung der Nahrungskette verloren gehen. Die Ernährung von 12 Milliarden Menschen wäre also möglich, wenn die Menschheit die vorhandenen Nahrungsmittel essen würde, statt sie an jährlich 45 Milliarden künstlich gezeugte, eingesperrte und durch eine immer brutaler werdende Tiervernutzungsindustrie misshandelte Schlacht- und Versuchstiere zu verfüttern. 

Die im Dunkeln sieht man nicht

Beides jedoch, sowohl der institutionalisierte Missbrauch sogenannter Nutztiere, sei es in Langzeittiertransporten, in Massentierhaltungen, Fließbandschlachthöfen oder Tierversuchslabors, in denen Tiere wie Sachen behandelt werden, als auch der Kollateralschaden dieser Verdinglichung von Lebewesen, das tägliche Massakers des Hungers in den Nahrungsmittel exportierenden Ländern, wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Psychologie und den undemokratischen Einfluss der Kapitalmacht und der internationalen, globalisierten Wirtschaft erfolgreich aus dem kollektiven Bewusstsein verdrängt, und findet irgendwo im Verborgenen statt. 

Beides wird als unabwendbare Naturgewalt dargestellt: Über die 80% der hungernden Kinder, die in Nahrungsmittel exportierenden Ländern verhungern/getötet werden (eins alle 6 Sekunden), wird nicht berichtet, und vom Tötungsaspekt auch jener Kinder, die am Anfang des 21. Jahrhunderts immer noch in von Natur-Katastrophen heimgesuchten Regionen verhungern/getötet werden (eins alle 30 Sekunden), abgelenkt durch die mediale Inszenierung unabwendbarer Natur-Katastrophen - ohne auch nur ein Wort oder einen Gedanken über die hauptsächliche Ursache der Zunahme an Natur-Katastrophen zu verlieren, dass etwa die Tiervernutzung für 18% (FAO 2006) bis 51% (Worldwatch 2010) aller anthropogenen Klimagase verantwortlich ist.

Und die Tatsache, dass sich seit Jahrtausenden ein Großteil der Menschheit überwiegend bis ausschließlich pflanzlich ernährt hatte und immer noch tut - von den griechischen Philosophen und den römischen Gladiatoren über die Masse der europäischen Arbeiter_innen bis ins 19. Jahrhundert, bis zur (erst kürzlich schwindenden) Mehrheit der Chinesen und Inder, und zahlreichen Sportgrößen wie etwa Carl Lewis, Ussein Bolt oder dem Bodybuilding-Weltmeister Alexander Dargatz - wird vom sozialdarwinistischen Dogma des Fressens-und-Gefressen-Werdens und von staatlich finanzierten Propagandalügen wie „Fleisch bringt's“ überschattet. 

In beiden Fällen gibt es medial inszenierte Ereignisse der Absolution: für die Menschlichkeit gibt es in bestimmten Abständen Spendenaufrufe, um ein paar Hunger-Katastrophen-Kinder zu retten. Und für die Tierliebe werden etwa die körpergroßen Käfige, in die in Österreich Muttersauen praktisch ihr gesamtes Leben eingesperrt werden und trotz oder wegen (?) denen jedes Jahr 25% aller Ferkel bis zum Absetzen sterben, zu „artgemäßen Ferkelschutzkäfigen“; und nur eines der 0,05% jener Schweine in Österreich, die nicht wie die meisten anderen auf 0,7m² Vollspaltenboden sondern in Freilandhaltung leben, werden über den Bildschirm ins Wohnzimmer geliefert - „ich liebe das Leben, bitte tötet und esst mich“ ? 

Für die Befreiung von Mensch und Tier!

Auf diese Weise wird nicht nur gegen den Willen der Menschen regiert, es wird auch verhindert, dass sich eine kritische Masse dessen überhaupt bewusst würde. Dagegen anzugehen wirkt sinnlos wie der sprichwörtliche Kampf gegen Windmühlen. Können wir einzelnen gegen geballte Staatsmacht und Wirtschaft überhaupt irgend etwas ausrichten? Einzeln können wir nur verzweifeln. Um das zu verhindern, und also auch um zu verhindern, dass vereinzelte Menschen aus purer Verzweiflung und Ohnmacht Straftaten setzten, die in weiterer Folge der wirtschaftstreuen Staatsmacht zur Rechtfertigung vormärzlicher Repression (§§278ff) gelegen kommen, gibt's die Animal Liberation Workshops for beginners. Für alle Interessierten, Neugierigen und Sympathisant_innen, um sich zu informieren, was du konkret tun kannst, von Ernährungsumstellung bis Kunden- und BürgerInnen-Anfragen, Tiere pflegen, Menschen bekochen, networking, Flyern, Leserbriefe, Petitionen, Anzeigen, verschiedenste Demos, etc ist für jede_n etwas dabei; um zu diskutieren und Kontakte zu schließen ... Denn gemeinsam sind wir stark!

Solidarität ist die mächtigste Waffe im Kampf gegen Unterdrückung! Und überall auf der Welt organisieren sich Menschen, denen der Umgang mit (menschlichen und nicht-menschlichen) Tieren in der Gesellschaft nicht mehr egal ist, die an die Möglichkeit einer besseren Welt glauben und bereit sind, sich dafür einzusetzen. Menschen, die daran glauben, dass der Tag kommen wird, an dem das Leben von (menschlichen und nicht-menschlichen) Tieren mehr zählt als ein Mordsgewinn. Denn...

es wird der Tag, doch wann er wird 
hängt ab von mein und deinem Tun, 
drum, wer mit uns noch nicht marschiert, 
der mach sich auf die Socken nun! (Brecht)   

Roland Hoog, Tierrechtsgruppe Linz

 
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