| ÖBB will Hauptstrecken in Bayern bedienen, während Regionalstrecken in Österreich zugesperrt werden. |
"ÖBB begrüßt die Liberalisierung in Europa", heißt es kürzlich in einer Pressemitteilung des ÖBB-Vorstandes. Die ÖBB ordert um 400 Millionen neue Garnituren bei Siemens, um damit auf profitablen Hauptstrecken in Bayern mitbieten zu können. Im selben Atemzug kündigt die ÖBB an, das Schienennetz in Österreich "aus Kostengründen auf wenige Hauptstrecken zu reduzieren." Auf dem Altar des freien EU-Marktes werden die Regionalstrecken in Österreich geopfert. Das zeigt einmal mehr, wie aktuell und dringend die Forderungen der Petition "Höchste Eisenbahn!" sind, die von der Werkstatt Frieden & Solidarität gestartet worden ist.
Eine Woche später am 21.04.2010 wird unter „Zieldefinition 2025+“ in den Medien verkündet, „das Netz der ÖBB soll aus Kostengründen auf wenige Hauptstrecken reduziert werden“. Es wird von Angebots- und Nachfragemerkmalen gesprochen, denn das Ziel sei eine „Anpassung der Anlagenmenge“ an die Marktnachfrage. Auf allen Bahnstrecken, welche nicht mindestens 60 Kmh Durchschnittsgeschwindigkeit gefahren wird, sollen nicht mehr ausgebaut, sondern aufgelassen werden. Personenfernverkehr im Stundentakt gibt es nur noch bei 8000 Fahrgästen und mehr, ab 4000 Fahrgästen Zweistundentakt. Nebenstrecken werden nur mehr dann bedient, wenn an der Endhaltestelle mindestens 200 Ein oder Aussteiger pro Tag vorhanden sind. Das kommt einem Investitionsstopp in der Fläche gleich. Nicht nur dass laut einer ÖBB-Studie ein Drittel aller Gleisstrecken von der Stilllegung bedroht sind, auch bei Personal und Streckendienst werden ausgegliedert und kaputt gespart. Nachdem die ÖBB in Zeiten der EU-Liberalisierung am Finanzmarkt bei hochspekulativen CDS (Credit Defoult Swap) Geschäften ca. 600 Mill. Steuereuro in den Sand setzten, bei der Übernahme der Ungarischen Güterbahn MAV 404 Mill. Steuereuro für veraltetes Rollmaterial (und mittlerweile keinen Markt) bezahlt hat, ist die Bahn nun dabei, für den freien Markt in Europa, den regionalen öffentlichen Verkehr der ÖBB in Österreich zu opfern. Was über einen langen Zeitraum hin mühsam aufgebaut worden ist, soll nun am Altar der marktradikalen EU-Liberalisierungsrichtlinien geopfert werden. Wir fordern die Politik und das ÖBB-Management auf, den Streckenausbau und den Verkehrstakt IN Österreich vor allem auf den Nebenbahnen auszubauen, um das öffentliche Verkehrsnetz, das noch immer den Steuerzahler/Innen gehört, zu attraktiveren. Die Schweiz zeigt vor, wie das geht. Es ist unerträglich mitzuerleben, wie die ÖBB sich an „Beraterfirmen“ wie McKinsey orientiert, statt an den Bedürfnissen Ihrer Fahrgästen und der vielen Pendler/Innen, die auf die Bahn angewiesen sind. Diese brauchen keinen freien Markt, sondern eine attraktives öffentliches Verkehrsmittel. Wir fordern deswegen einen - Sofortigen Liberalisierungs- und Stilllegungsstopp! Das sind die Forderung der Petition „Höchste Eisenbahn – Für eine Verkehrswende!“, die von der Werkstatt Frieden & Solidarität gestartet worden ist. Bitte unterstützen und weiterempfehlen auf http://www.werkstatt.or.at/Forum/PetitionEisenbahn.php |