| EU ist Weltmeister beim Geschäft mit dem Tod |
Die jüngsten vom Friedensforschungsinstitut SIPFI veröffentlichen Zahlen zeigen, dass die EU beim Rüstungsexport zur globalen Nr. 1 aufgestiegen ist. Besonders viel westliches Kriegsgerät geht an die Feudaldiktaturen am Golf. Die Mächtigen in der EU interessiert ihre Menschenrechtsrethorik kein bisschen, sobald es um Geschäft und Machtpolitik geht.
- Im Zeitraum 2007-2011 kam es im Vergleich zum Zeitraum 2002-2006 zu einer Zunahme der Kriegsmaterialausfuhren um 24% (real, also inflationsbereinigt). - Im letzten Jahrzehnt sind die EU-Staaten zur Nr. 1 beim Rüstungsexport aufgestiegen. Sie liegen mit fast einem Drittel aller weltweiten Waffengeschäfte knapp vor den USA mit rd. 31% und Russland mit 25%. In den 90er Jahren lagen die USA noch klar in Führung beim Geschäft mit dem Tod. USA und EU vereinigen auf sich zusammen rd. 63% der globalen Rüstungsexporte. - Innerhalb der EU ist Deutschland auch beim Kriegswaffenexport zum Euro-Champion aufgestiegen und hat mittlerweile Frankreich überflügelt. Der Zuwachs der deutschen Waffenausfuhren im Fünfjahresvergleich 2002-2006 zu 2007-2011 beträgt satte 37%. Die drei Großen der EU – BRD, Frankreich und Großbritannien – vereinigen auf sich zwei Drittel der EU-Waffenexporte. - Aufschlussreich ist auch, an wen die EU-Staaten die todbringenden Güter liefern: Rd. 55% der europäischen Waffenexporte gehen in Länder der sog. „3. Welt“. Ganz weit vorne finden sich Diktaturen wie Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar – also Staaten, in denen gefoltert wird, freie Wahlen verboten sind, Gewerkschaften verfolgt und Frauenrechte mit Füßen getreten werden. Die Mächtigen in der EU interessiert ihre Menschenrechtsrethorik kein bisschen, sobald es um Geschäft und Machtpolitik geht.
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